Freitag, 10. April 2020

10.04.2020

Also... Ich weiß eigentlich gar nicht wirklich, was ich schreiben soll. Ich war fünf Wochen in einer Klinik und ich muss sagen, das war wirklich eine gute Entscheidung. Dort wurde meine schwere Depression behandelt und mir wurde eine PTBS diagnostiziert. Das Klinikpersonal war wirklich super nett und die Stimmung war überhaupt nicht so, wie man es in einer Klinik erwarten würde. Man konnte da wirklich "heilen", in einer gewissen Weise. Leider kam dann diese ganze Corona-Sache und es wurde etwas stressiger, wegen den Berichterstattungen und den Vorsichtsmaßnahmen. Aber ich bin schon länger wieder daheim.
Ich sollte mir jetzt eine Traumatherapeutin suchen und habe das auch getan.
Aber jetzt bin ich wieder an dem Punkt (oder jetzt sind wir wieder an dem Punkt), dass ich nicht richtig weiß, wo man ansetzen soll, weil ich eindeutig Symptome habe, aber die nicht auf eine bestimmte Sache zurückgeführt werden können.
Also ich habe jetzt leider öfter auch Probleme mit gewissen Tätigkeiten. Das hatte ich vorher nicht und das ist nicht so toll.
Ich habe auch Gedanken, Gefühle und Bilder in meinem Kopf, aber das was ich da denke, das kann nicht sein. Daher... Mal sehen, wie es weitergehen wird.

Donnerstag, 6. Februar 2020

(Tag-)Träumen und Ich-Dysphorie

Ich versuche mal mein Problem mit dem Tagträumen in diesem Post zu erklären. Das Problem besteht darin, dass ich dann überhaupt nicht mehr in der Realität bin. Ich liege/sitze/stehe dann irgendwo rum und die Zeit vergeht, aber ich merke es nicht und dann ist es, als wache ich auf und das ist a) kein angenehmes Gefühl und b) verbringe ich meine (Lebens-)Zeit dann einfach total unproduktiv. Ich weiß, das klingt total nach Leistungsgesellschaft, möglichst produktiv sein usw. und diesen Gedanken lehne ich eigentlich ab. Aber man muss auch bedenken, dass ich mittlerweile 26 bin und bisher weder Ausbildung noch Studium abgeschlossen habe. Die Regelstudienzeit habe ich mittlerweile (Stand: SoSe 2020) auch um 4 Semester überzogen und eigentlich wollte ich im Sommer mit dem Studium fertig werden. Ich rede hier übrigens nicht vom Master oder einer Diss, sondern von einem Bachelor-Abschluss! Andere Menschen in meinem Alter arbeiten schon seit 10 Jahren oder fangen jetzt mit ihrer Diss an.
Dadurch, dass ich den Kontakt zu meinen Eltern aufs Minimum reduziert habe, kann und will ich da nicht um (noch mehr) finanzielle Unterstützung bitten. Ich habe zwar im Moment einen Job, aber der reicht bei weitem nicht aus, um die Wohnung und den Lebensunterhalt zu finanzieren und ich bekomme keine staatliche Unterstützung.

Und ansonsten hab ich gerade auch wieder krasse Probleme mit dem Träumen. Das ist bei mir ganz komisch; zunächst einmal träume ich andauernd nur extrem emotional belastende Sachen und dann ist es aber noch so, dass ich nicht einfach von selbst aufwachen/aufstehen kann. Wenn ich nicht arbeiten muss, rutsche ich einfach immer wieder in diese Träume ab, kämpfe dagegen an, aber verliere, teilweise träume ich und bin irgendwie gleichzeitig wach, merke wie mein Herz rast, etc., komme aber einfach nicht da raus.

Dazu kommt dann noch diese... ich nenne es mal "Ich-Dysphorie". Ich konnte ja noch nie wirklich etwas mit meinem Spiegelbild anfangen, aber im Moment ist es wieder so schlimm. Wenn ich irgendwo an einer spieglnden Oberfläche vorbeilaufe fühle ich mich einfach total schlecht, weil das was ich da sehe NICHT dem entspricht, wie ich mich fühle. Und in diesem verdammten Gesicht im Spiegel sehe ich nur meine Eltern.

...

Positiv ist, dass ich ein Thema für meine Hausarbeit gefunden und auch schon eine Literaturliste erstellt habe. Den Essay hab ich auch abgegeben, also fehlen bis zum Studienende "nur noch" 2 1/2 Hausarbeiten und die BA (allerdings dauert sowas bei mir immer ewig).

Freitag, 31. Januar 2020

Bericht

Ich kann gerade leider nur von meinem Handy schreiben, da das Ladekabel für meinen Laptop bei den Eltern meines Verlobten (ich fühle mich immer so komisch das zu sagen oder zu schreiben) liegt.

Ich hatte den Psychiatertermin und bin jetzt verunsichert, ob ich die Klinik wirklich brauche. Ich scheine immer ziemlich normal auf Leute zu wirken und das ist echt so ein Problem, das sich durch meine Erfahrungen mit Helfer*innen zieht.

Außerdem hatte ich dann noch ein Erstgespräch mit einer sehr netten Therapeutin. Das macht mich skeptisch, da ich der Ruhe nicht traue, aber vielleicht gibt es ja auch doch noch gute Theras. Wir werden sehen, erstmal nicht zu viel Hoffnung reinsetzen.
Allerdings habe ich ihr von dem "Verdacht" erzählt und bin am nächsten morgen total in der Derealisation aufgewacht. Seitdem besteht der Impuls ihr beim nächsten Mal zu sagen, dass sie das einfach nicht ernst nehmen soll, weil ich nur Blödsinn erzählt habe und es bei mir eig. eher um andere Dinge (emot. Vernachlässigung/Missbrauch + ein paar physische Sachen) geht.
Seit gestern bin ich auch wieder so stark am Tagträumen, dass ich von der realen Welt nicht viel mitbekomme. Und das mit mittlerweile 26 :( Ehrlich gesagt hält mich da auch gerade nichts. Ich habe immer noch starke Konzentrationsprobleme, Hoffnungslosigkeit etc...

Ach und: Danke für eure Kommentare, ich freue mich immer sehr wenn jemand sich die Mühe macht und ich werde sie auf jeden Fall noch beantworten, aber wahrscheinlich erst, wenn ich mein Kabel wieder habe.

Bis dahin

Sonntag, 26. Januar 2020

Rumgeheule

Das Schlimmste ist im Moment eigentlich diese Sinnlosigkeit. Ich stehe um 12 Uhr mittags auf und muss dann die Zeit irgendwie rumbringen, bis ich wieder schlafen gehen "darf". Im Idealfall (Achtung, Sarkasmus!) habe ich dann Alpträume oder einfach total anstrengende, belastende Träume.
Ich vergaß die Schmerzen.
Harnröhre, Hüfte, Unterbauch, Schulter ... Ja, das sind eigentlich so meine Schmerzstellen. Wobei ich gestern auch mal wieder Magenschmerzen hatte. Das ist doch mal eine Abwechslung.

Es tut mir echt leid, dass dieser Post so negativ ist. Andererseits habe ich mir vorgenommen, dass dieser Blog für mich ist, um meine Gedanken loszuwerden, damit sie nicht in mir verrotten und auch, damit ich weiß, wie ich mich zu einer bestimmten Zeit gefühlt habe und was ich gedacht habe. Also quasi zu Dokumentationszwecken.

Und dann zähle ich die Tage bis zur Klinik. Aber große Hoffnungen mache ich mir da auch nicht.

Ich glaube ich habe übrigens vergessen zu sagen, dass ich das Mirtazapin nicht mehr nehme (schon seit 2 Wochen oder so). Ich hatte davon noch viel viel schlimmere Alpträume und war auf der Arbeit total vernebelt und zu nichts zu gebrauchen. Ich denke daher kommt auch die Verschlimmerung der depressiven Symptomatik, aber das Mirta war für mich einfach nicht tragbar. Und dann hab ich mich natürlich nicht getraut, den Psychiater anzurufen. Ich sehe ihn aber am Dienstag. Habe jetzt nur Angst, dass er mich anschnauzen wird, weil ich das alles so auf eigene Faust gemacht habe.

Aber wenn wir ganz ehrlich sind: Was hätte ER gemacht? Er wollte ja, dass ich das Mirta unbedingt probiere. Und ich wollte das ja eigentlich gar nicht, weil es für die starke Gewichtszunahme und Müdigkeit bekannt ist. Ich schlafe doch eh schon viel zu viel (wenn auch nicht erholsam).

Die andere Geschichte (vorletzter Post)... Ja, was soll ich dazu sagen? Wahrscheinlich kommt da wieder mein Drang nach Aufmerksamkeit durch. Denn es war immerhin nur eine Geschmacksempfindung, die ich da hatte und mit jemandem verband. Aber das heißt wirklich GAR NICHTS. Ich wünschte einfach, ich würde aufhören, mir Dinge einzubilden. Hab ich nicht gerade schon genug Probleme?

Samstag, 25. Januar 2020

Erkenntnisse I

Erkenntnisse:

Ich habe die Diagnosefragebögen immer falsch ausgefüllt, weil ich unter dem Personalpronomen 'ich' etwas anderes verstehe, als andere Menschen.

Meine Gegenwart ist deprimierend, weil meine Vergangenheit schrecklich ist und ich keine Zukunft habe.
Ich habe keine Zukunft, weil meine Gegenwart von der Vergangenheit bestimmt wird und ich daher handlungsunfähig bin.

Die Probleme meines ADHS-Partners ohne Krankheitseinsicht belasten mich.



Freitag, 24. Januar 2020

?

Was mache ich, wenn ich glaube, dass ich Dinge verdrängt habe, aber ich bin mir nicht sicher, ob ich nur spinne?

Komische Erinnerungen in komischen Situationen. Nicht eindeutig, aber schon komisch. Was mach ich da?


Dienstag, 21. Januar 2020

Klinik II

Ich hab heute meinen Einweisungstermin für die Klinik bekommen. Ich glaube warum ich überhaupt hingehe... Ne, keine Ahnung. Ich weiß nicht warum ich eigentlich hingehe. Also ich weiß es theoretisch schon, aber ich fühle es nicht.
Ich weiß, dass ich mir mal gedacht hab, dass es Sinn machen würde, da es beim letzten Mal gut getan hat mit Menschen, die ähnliche Probleme haben, zu tun zu haben. Ein bisschen Menschlichkeit zu erleben und so.
Aber ob das dieses Mal so sein wird? Man weiß es ja nicht. Und es wird ja wahrscheinlich eine Station für Depressive, schätze ich. Und die sind jetzt auch nicht die besten Zeitgenossen.
Aber ich bin ja selbst depressiv, scheinbar. Also vielleicht doch. Wer weiß.

Freitag, 17. Januar 2020

Das ging daneben (Trigger: Machtmissbrauch im Therapiekontext)

Frau nennt sich Traumatherapeutin (zudem tiefenpsychologisch fundierte Therapeutin)

Geht überhaupt nicht auf mein geäußertes Bedürfnis nach Schützen-Müssen ein, wertet das noch negativ

Ich rationalisiere

Sie nimmt mir das persönlich

Ich frage nach ihrer Therapiestrategie

Wir führen ein emotional aufgeladenes Gespräch, es erinnert mich sehr an das Verhalten meiner Mutter

Ich: Ich habe das Gefühl, dass sie sich von mir angegriffen fühlen

Sie: Sie HABEN mich angegriffen!

Ich: ???

[...] Ich weiß nicht mehr wie es weiterging

Sie: Wenn Sie aber eine Traumatherapie machen wollen, dann müssen wir auch über konkrete Situationen sprechen [implizit: Los! Dann sagen Sie halt mal was, was man als traumatisch einordnen könnte! Bis jetzt hab ich da ja noch nichts von Ihnen gehört!]

Ich: ...

Ich habe Ihnen ja das erzählt, das mir passiert wenn ich das und jenes mache

Sie: Das nennt man Verkennung

Ich: Aha

Ich: Ich habe Ihnen auch von dem erzählt, was ich als Verdacht habe

Sie: Ja, Verdacht. Aber WISSEN Sie es?

Ich: ...

Ja und nein?

Sie: Das kann nicht sein. Entweder Sie wissen es oder nicht.

Ich: Okay, ich geh dann jetzt mal

Sie: Das was Sie jetzt machen ist aber auch therapiewürdig

Ich: Ja, Tschüss dann

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Nachtrag:
Das macht mich so wütend, wenn ich darüber nachdenke, was die Frau angestellt hat
Wenn ich dran denke, wie allein die körperlichen Reaktionen waren [es geht jetzt um eine andere Situation als die oben beschriebene]
Als man ihr da sagte, dass man eine Sache nicht in Ordnung fand und dass einen wütend gemacht hat
Und sie kam mit einem total überzogenen: Jetzt halten Sie erst mal die Luft an, ich möchte nicht, dass sie so mit mir reden
Und ich hab gemerkt, wie der Körper ganz klein wurde, sich klein gemacht hat, gezittert hat
Man wollte ja nur sagen, dass Grenzen übertreten worden sind. Und es wurde nicht geschrien oder gedroht oder so (dann hätte ich das ja verstanden). Nur deutlich gesagt

Das macht mich so verdammt wütend!

Wie kann sie das gesehen haben, wenn ich das sogar gesehen hab, und das ignoriert haben???? Hat sie das genossen oder was?

Und jedes verdammte Mal wenn das wieder passiert kann ich nichts tun!

Warum bin ich erst so spät gegangen?

Dienstag, 14. Januar 2020

Klinik

Ich habe mich jetzt auf die Warteliste einer Klinik setzen lassen. Ich habe zwar Angst, dass es wieder so einen Machtmissbrauch geben wird, aber hey, ich bin doch schon an meiner Grenze und die Klinik hat sehr gute Bewertungen. Habe mir vorgenommen, die Depressionen in den Vordergrund zu stellen und den Rest erstmal nicht zu erzählen oder ggf. (wenn ich jmd. gegenübersitze, der mir vertrauenswürdig erscheint) nur anzudeuten. Behandeln können die das da in einer Akutklinik eh nicht.
Ist auch gut mal von hier wegzukommen. Die Klinik liegt im tiefsten Schwarzwald und ich liebe die Natur <3
4 Wochen sind wohl die Wartezeit. Hoffe mein Psychiater beeilt sich mit der Anmeldung und mein AG versteht das. Aber ich arbeite quasi beim Land; da müssen die sich eigentlich ans Arbeitsrecht halten.

Sonntag, 12. Januar 2020

...

Ich weiß doch auch nicht mehr was richtig und was falsch ist. Ich habe jetzt in den letzten 8 Jahren zig verschiedene Diagnosen erhalten und am Anfang hab ich sogar noch geglaubt, dass es mir jetzt, wo ich weiß, was das Problem ist, besser gehen wird. Bei anderen scheint das ja auch so zu sein. Nein. Bei mir nicht. Ich sitze immer noch hier und mir geht's schlechter denn je. Weil ich (bald) alles ausgeschöpft habe an Wegen, an Mitteln, an Kraft. Und weil ich älter werde. Wo soll ich denn noch hingehen? Und ja, vielleicht ist das das Problem. Nur ich kann mir helfen. Aber wie soll ich das denn machen? Ich weiß doch nicht wie? Ich weiß doch nicht mal was das Problem ist? Ich BIN doch das Problem!
Und jedes Mal, wenn ich irgendwo hingehe, dann wird es schlimmer. Weil dann eine neue Meinung, eine neue Diagnose, ein neues Medikament dazukommt.

"Aber warum sind Sie denn so auf eine Diagnose fixiert?"
Ähm, würden Sie das jemanden mit einer "rein körperlichen" Erkrankung auch fragen?
Es gibt halt nunmal unterschiedliche Ansätze mit verschiedenen (auch psychischen!) Erkrankungen umzugehen. Und ich möchte nicht, dass ich wieder "falsch" bin. Falsch in der Klinik, falsch auf der Geschlossenen, falsch in der Depressionsgruppe, aber auch falsch wenn ich NICHT in der Depressionsgruppe bin (das ist der jetzige Stand).

Ach, das ist doch alles sinnlos.
Also mach ich einfach weiter und studiere und geh' arbeiten, auch wenn das auch falsch ist und ich das (Studium) ja eh nie zu Ende bringen werde.

Eigentlich ist das ja ein Wunder. Ich dachte schon vor einem Dreivierteljahr, dass ich irgendwann einfach völlig zusammenbrechen würde, aber ich hab mich immer irgendwie wieder aufgerafft, alles ignoriert und weitergemacht. Bringt mir zwar nichts, außer, dass ich Zeit schinde und vielleicht ein, zwei Kurse abschließe, aber naja.

Musiktipp des Tages: Five Finger Death Punch - Jekyll and Hyde

Mittwoch, 8. Januar 2020

Müde Angst!

So (Titel) nenne ich das, wenn ich auf Mirtazapin (das mich sicher richtig fett machen wird) im Seminar sitze und einen Vortrag halten muss. Was hat sich der blöde Arzt eigentlich dabei gedacht.
Hab gegen Mirtazapin protestiert, aber er bestand darauf.

Montag, 6. Januar 2020

(Falsche) Hoffnung

Ich hab Angst. Ich will nicht schon wieder Hoffnung in einen Arzttermin setzen und enttäuscht werden. Ich will nicht, aber was soll ich denn tun?
Und realistisch und pragmatisch gesehen, was soll die Ärztin den tun? (Sie fragen dann immer, ob ich in eine Klinik will, aber da bin ich ja auch nicht sicher und es steht meinem Studienabschluss + Nebenjob im Weg).
Ich muss das allein schaffen.

Donnerstag, 2. Januar 2020

Einschränkung(en) und wie sie (nicht) zu behandeln sind

Ich hasse diese ständigen Einschränkungen! Warum, warum sind die da? Warum habe ich die und andere Menschen (augenscheinlich) nicht?
Warum darf ich nie einfach irgendetwas tun? Warum ist immer alles schlecht, was ich tue? Es nicht wert, gehört zu werden?
Wann hört das denn mal auf?

Kann man das abstellen? Mit Medikamenten oder so?
Aber das ist dann auch wieder falsch, weil... Keine Ahnung warum.

Und die Therapeut*innen würden jetzt sicher wieder mit dem Über-Ich anrücken. Aber das ist kein Über-Ich. Das ist eine (?) überaus nervige Stimme in meinem Kopf, die mir alles verbietet, wodurch ich mich irgendwie ausdrücken könnte. Und nein, das ist auch kein "innerer Kritiker". Ernsthaft. Das ist verharmlosend.

"Und dann sagen Sie dem inneren Kritiker, dass blablabla."

Ja, okay, dann sag ich das dem. Und dann sagt der, dass seine Einschränkungen angemessen sind, weil sie auf Erfahrungen beruhen und er mich nur schützen will.
Und dann sag ich mir: Äh, okay, und soll ich den jetzt verteufeln dafür? Wenn er das als seine Lebensrealität empfindet? Und er hat ja Recht. Das ist unsicher. Alles ist unsicher. Therapie ist unsicher. Keine Therapie ist unsicher. Hier schreiben ist unsicher.
Nicht schreiben ist Einschränkung.

Mittwoch, 1. Januar 2020

Warum ich meine Einträge immer wieder lösche

Die Träume sind be******en. Kann die bitte jemand abstellen? Warum muss ich mich auch noch nachts schlecht fühlen?
Ah, verdammt. K., du wolltest doch keine Jammer-Blogeinträge mehr schreiben. Sonst bringt es doch nichts, dass du die letzten Einträge gelöscht hast. 
Es ist okay, dass du das aufschreibst. Es ist dein Blog. Du schreibst das ja nicht für ein Publikum, das etwas für sein hartverdientes Geld von dir erwartet.
Stichwort "hartverdientes Geld". Hast du eigenlich schonmal darüber nachgedacht, wie scheiße die westlich-kapitalistische Welt ist?
Ja, tatsächlich jeden Tag. Und den Gedanken vor 30 Minuten sogar in meinen Heulkrampf miteingebunden, als wäre er ein Gebet.
Aha, aber du MACHTS nichts dagegen!
Gebet. Gott! Wir sollten uns über Gott unterhalten!
Ähm, also ich denke im Durchschnitt doch bestimmt schon viel mehr als jeder "normale" Mensch darüber nach! Ich führe ausufernde Gespräche über theologische Konzepte mit meinem Theologie studierenden Verlobten! Ist das nicht genug?
Und warum hast du dann noch nicht zu Gott gefunden? Hm? 
Oh, also ehemalige evangelikale Mitschülerinnen haben mir damals gesagt, ich sei sicher vom Bösen besessen.
Mach, dass das aufhört! Bitte, mach dass das aufhört
Jedenfalls: Lass das so stehen; es ist okay.
Aber vielleicht ist das MIR peinlich?
Dir ist doch alles peinlich. Da könnte man ja gar nichts mehr machen.
Das klingt nach einem guten Plan. Wenn man nichts macht, kann man auch nichts falsch machen.
...